Rund um den Globus

Wie eine Nummer ein Telefon unter Milliarden findet

Eine Telefonnummer ist eine Adresse, die das Netz von links nach rechts liest. Die Ländervorwahl bestimmt das Land. Die nächsten Ziffern bestimmen einen Nummernblock, den die Regulierungsbehörde des Landes einem Betreiber zugeteilt hat, und die letzten Ziffern einen Anschluss oder ein Handy. Nummern können von einem Betreiber zum anderen wechseln. Deshalb sagt heute eine gemeinsame Datenbank dem Netz, welcher Betreiber eine Nummer gerade hat, und der Anruf geht dorthin.

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Ihr Festnetz · eine Nummer mit der Vorwahl Ihres Ortes

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Derselbe Anruf an eine Festnetznummer, die einen Ort hat, und an eine Handynummer, die keinen hat. Beide haben Sie beim Wechsel des Betreibers mitgenommen.

Anatomie einer Telefonnummer: ein Anruf vom Handy eines Freundes im Ausland, über seinen Betreiber und über die Grenze, vorbei am Rufnummernplan und an der Datenbank im Gateway, zu Ihrem Betreiber und zu Ihrem Telefon. Der Schalter zeigt denselben Anruf an Ihre Handynummer. Die Zeichnung zeigt, wie die meisten Länder eine portierte Nummer leiten, und ist nicht maßstabsgetreu.

  1. Folgen Sie einem Anruf

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  2. Schritt 1 von 6

    Jemand im Ausland wählt Ihre Nummer

    Ein Freund im Ausland tippt Ihre Nummer in sein Handy. Sie beginnt mit einem Pluszeichen. Es steht für die internationale Vorwahl, mit der man aus seinem Land ins Ausland telefoniert, in ganz Europa die 00. Danach folgt Ihre Ländervorwahl und dann Ihre Nummer ohne die 0, die Sie im Inland wählen. Diese 0 funktioniert nur innerhalb Ihres Landes.

    Wie lang darf eine Telefonnummer sein?

    Höchstens fünfzehn Ziffern, die Ländervorwahl eingeschlossen. Diese Grenze legt die Internationale Fernmeldeunion (ITU) in ihrem Nummerierungsstandard E.164 fest, auf dem die Nummern aller öffentlichen Telefonnetze beruhen. Ein Land mit dreistelliger Ländervorwahl hat für seine eigenen Nummern also noch zwölf Ziffern.

    Das Pluszeichen und die 00 gehören nicht zur Nummer. Sie sagen Ihrem Telefonnetz nur, dass der Anruf ins Ausland geht. Weil die internationale Vorwahl von Land zu Land verschieden ist, verlangt der Standard das Pluszeichen, wenn man eine Nummer aufschreibt.

    Quellen: ITU-T E.164: the international public telecommunication numbering plan (2026); ITU-T E.123: notation for national and international telephone numbers (2001); Arcep: Décision n° 2018-0881 du 24 juillet 2018, plan national de numérotation (2026)

  3. Schritt 2 von 6

    Die Ländervorwahl bestimmt das Land

    Die Vermittlungsstelle seines Betreibers liest die ersten Ziffern. Sie nennen das Land: +49 ist Deutschland, +44 das Vereinigte Königreich, +33 Frankreich. Eine Ländervorwahl hat eine bis drei Ziffern. Mehr braucht sein Betreiber nicht. Er muss den Anruf nur in Ihr Land schicken. Ohne Ländervorwahl würde er Ihre Nummer im eigenen Land suchen.

    Wer vergibt die Ländervorwahlen?

    Die ITU. Im Weltplan, den ihr Normungsgremium aufgestellt hat, steht jede der Ziffern 1 bis 9 für eine Weltzone: 1 ist Nordamerika, 2 vor allem Afrika, 3 und 4 sind Europa. Europa bekam zwei Anfangsziffern, weil so viele seiner Länder eine kurze, zweistellige Vorwahl brauchten.

    Die 1 teilen sich mehrere Länder. Die Vereinigten Staaten, Kanada und 18 weitere Länder nutzen dieselbe Vorwahl und gemeinsam einen Rufnummernplan. Einen Anruf von Kanada nach New York wählt man deshalb wie einen Anruf im Inland.

    Quellen: ITU-T E.164: numbering plan for the ISDN era (1991); ITU: list of ITU-T E.164 assigned country codes (2016); NANPA: about the North American Numbering Plan (2026)

  4. Schritt 3 von 6

    Die nächsten Ziffern nennen einen Block und einen Betreiber

    In Ihrem Land führt die Regulierungsbehörde einen Rufnummernplan. Sie teilt den Betreibern Nummern in Blöcken zu, oft 10.000 auf einmal, und die Ziffern nach der Ländervorwahl sagen, in welchem Block Ihre Nummer liegt. Bei einer Festnetznummer nennt der Block oft auch einen Ort: 30 nach +49 ist Berlin, im Inland die Ortsvorwahl 030. Bei einem Handy nennt er keinen Ort, nur ein Mobilfunknetz. Bevor Nummern wechseln konnten, reichte das, um Sie zu finden: Der Block nannte die Vermittlungsstelle, an der Ihr Anschluss hing.

    Verrät eine Festnetznummer noch, wo Sie wohnen?

    Das hängt vom Land ab. Deutschland hat 5.200 Ortsnetze, jedes mit einer eigenen Ortsnetzkennzahl aus zwei bis fünf Ziffern, und diese Vorwahl zeigt noch immer, wo der Anschluss liegt.

    Frankreich hat die Verbindung aufgegeben. Seit dem 1. Januar 2023 lässt sich jede französische Festnetznummer überall im europäischen Frankreich nutzen. Luxemburg hatte sie nie: Dort gibt es keine Vorwahlen, und jede Festnetznummer funktioniert im ganzen Land.

    Quellen: Bundesnetzagentur: Ortsnetzrufnummern (2026); Arcep: La numérotation (2026); ILR: Plan national de numérotation (2026); BIPT: Service description number portability for geographic numbers (1998); Ofcom: The National Telephone Numbering Plan (2025)

  5. Schritt 4 von 6

    Eine Datenbank sagt, wer Ihre Nummer heute hat

    Sie haben den Betreiber gewechselt und Ihre Nummer mitgenommen. Das ist die Rufnummernmitnahme, und deshalb zeigt der Block jetzt auf den falschen Betreiber. Bevor der Anruf weitergeht, fragt das Gateway eine Portierungsdatenbank: Ist diese Nummer umgezogen, und wohin? Die Antwort ist eine Routingnummer, ein kurzer Code vor Ihrer Nummer, der den Anruf zu Ihrem neuen Betreiber führt. Jedes Land führt seine Liste portierter Nummern auf seine eigene Weise.

    Fragt jedes Land die Datenbank?

    Fast jedes. Ein Anruf aus dem Ausland erreicht zuerst einen Betreiber in Ihrem Land, der Anrufe aus dem Ausland annimmt, und dieser leitet ihn weiter wie einen Anruf seiner eigenen Kunden. Wo dieser Betreiber die Datenbank fragt, geht der Anruf direkt zum richtigen Betreiber.

    Das Vereinigte Königreich ist die Ausnahme. Dort geht der Anruf noch immer zu dem Betreiber, der die Nummer zuerst hatte, und dieser reicht ihn mit einem Routing-Präfix weiter. 2019 schrieb die britische Regulierungsbehörde Ofcom, das Land sei damit fast, wenn nicht ganz, allein auf der Welt, und schlug eine gemeinsame Datenbank vor.

    In Deutschland heißt die Routingnummer Portierungskennung: der Buchstabe D und drei Ziffern, vor Ihre Nummer gesetzt. Die Betreiber melden einander jede Portierung, sodass jeder von ihnen weiß, wo jede portierte Nummer liegt.

    Quellen: European Conference of Postal and Telecommunications Administrations: ECC Report 31, implementation of mobile number portability in CEPT countries (2005); Ofcom: Promoting trust in telephone numbers, first consultation (2019); Bundesnetzagentur: Portierungskennungen (2026); Bundesnetzagentur: Nummernplan Portierungskennungen, Verfügung 41/2009 (2009); BIPT: Service description number portability for geographic numbers (1998)

  6. Schritt 5 von 6

    Ihr Betreiber findet Ihr Telefon

    Jetzt erreicht der Anruf den Betreiber, der Ihre Nummer hat. Bei einer Festnetznummer führt die Nummer zu Ihrem Anschluss, dessen Leitung bei Ihnen zu Hause endet. Bei einem Handy sagt die Nummer nichts darüber, wo Sie sind. Ihr Betreiber fragt deshalb sein Register, das weiß, in welchem Gebiet Ihr Handy zuletzt eingebucht war, und sucht es über die Mobilfunkmasten dort.

    Ist meine Nummer auf meiner SIM-Karte gespeichert?

    Nicht so, wie das Netz sie nutzt. Eine SIM-Karte trägt ihre eigene Kennung, die IMSI: bis zu 15 Ziffern, die mit einem dreistelligen Ländercode für Mobilfunknetze beginnen. Der ITU-Standard dafür sagt, die IMSI solle nicht mit Ihrer Telefonnummer zusammenhängen und sei nicht zum Wählen gedacht.

    Das Register Ihres Betreibers verknüpft beide. Deshalb kann eine portierte Nummer auf eine neue SIM-Karte eines anderen Betreibers wandern: Nur die Verknüpfung im Register ändert sich.

    Quellen: ITU-T E.212: the international identification plan for public networks and subscriptions (2024)

  7. Schritt 6 von 6

    Ihr Telefon klingelt

    Ihr Telefon klingelt, und das Display zeigt, wer anruft. Die Nummer Ihres Freundes wird in voller internationaler Form mit dem Anruf übertragen, die Ländervorwahl vorn, damit Ihr Telefon sie anzeigen und Sie zurückrufen können. Ihren Namen hat das Netz nie gebraucht. Es hat nur Ziffern gelesen.

    Wie viele Telefonnummern gibt es?

    Milliarden. 2025 zählte die ITU weltweit 9,2 Milliarden Mobilfunkanschlüsse, 112 auf 100 Menschen, und jeder davon ist unter einer Nummer in diesem einen Format erreichbar.

    Es gibt mehr Nummern als Telefone. Ende 2016 hatte die französische Regulierungsbehörde den Betreibern mehr als 130 Millionen Handynummern zugeteilt, während weniger als 85 Millionen SIM-Karten in Gebrauch waren. Die Betreiber brauchen Reserveblöcke, um neue Nummern zu vergeben.

    Quellen: ITU: Facts and Figures 2025, subscriptions (2025); ITU-T E.164: the international public telecommunication numbering plan (2026); Arcep: Décision n° 2018-0881 du 24 juillet 2018, plan national de numérotation (2026)

Ländervorwahlen und Ortsvorwahlen im Vergleich

Aus dem Ausland wählen Sie + oder 00, dann die Ländervorwahl, dann die Nummer ohne ihre erste 0. In Luxemburg fällt keine 0 weg. Die Tabelle schreibt die Vorwahlen so, wie man sie im Inland wählt.

Festnetznummern

Handynummern

Vereinigtes Königreich, +44Ofcom

01, 02

020 London, 0161 Manchester, 029 Cardiff

07

071 bis 075 und 077 bis 079

Frankreich, +33Arcep

01 bis 05, 09

Seit 2023 überall im europäischen Frankreich nutzbar

06, 07

Zehn Ziffern, wie jede französische Nummer

Deutschland, +49Bundesnetzagentur (1, 2, 3)

030, 089…

5.200 Ortsnetze: 030 Berlin, 089 München, 0221 Köln

015, 016, 017

Mobilfunknetze, dazu einige Bereiche für andere Zwecke

Niederlande, +31Overheid.nl

010, 020…

Zehn Ziffern: 010 Rotterdam, 020 Amsterdam, 070 Den Haag

06

Zehn Ziffern, alle mobil

Belgien, +32BIPT

02, 03, 04, 09…

02 Brüssel, 03 Antwerpen, 04 Lüttich, 09 Gent

045 bis 049

Mobilfunknetze

Luxemburg, +352ILR

Keine Vorwahl

Eine Festnetznummer funktioniert im ganzen Land

6

Neun Ziffern: 621, 661, 691 und weitere

Telefonnummern in Zahlen

Wie es dazu kam

  1. 1947

    Ein Plan für Nordamerika

    AT&T entwirft den nordamerikanischen Rufnummernplan mit dreistelligen Vorwahlen, damit die Menschen Ferngespräche selbst wählen können. Ab 1951 kommt er in Gebrauch.

    NANPA: about the North American Numbering Plan (2026)

  2. 1960

    Ein erster weltweiter Rufnummernplan

    Das Normungsgremium der ITU gibt E.29 heraus, seine erste Empfehlung zur Nummerierung internationaler Anrufe. Der Nachfolger E.164 legt bis heute das Format jeder Telefonnummer der Welt fest.

    ITU-T E.164: the international public telecommunication numbering plan (2026)

  3. 1963

    Paris direkt aus London wählen

    Am 8. März können Menschen in London zum ersten Mal selbst Nummern in Paris wählen, ohne Telefonistin.

    BT Archives: Events in telecommunications history, 1963 (2016)

  4. 1996

    Nummer behalten: das Vereinigte Königreich zuerst

    Im Vereinigten Königreich können Kunden ihre Festnetznummer behalten, wenn sie den Betreiber wechseln. Handynummern folgen 1999.

    Ofcom: Promoting trust in telephone numbers, first consultation (2019)

  5. 2003

    Ihre Nummer gehört Ihnen

    Ab dem 25. Juli erlaubt das Recht der Europäischen Union jedem Teilnehmer, seine Nummer beim Wechsel des Betreibers zu behalten: eine Festnetznummer am selben Ort, jede andere Nummer überall.

    EUR-Lex: Directive 2002/22/EC, the Universal Service Directive (2002)

  6. 2011

    Ein Arbeitstag

    Bis zum 25. Mai müssen die Länder der Europäischen Union dafür sorgen, dass eine portierte Nummer innerhalb eines Arbeitstags funktioniert. Der Europäische Kodex für die elektronische Kommunikation von 2018 behält die Regel bei.

    EUR-Lex: Directive 2009/136/EC, amending the Universal Service Directive (2009)

  7. 2023

    Französische Festnetznummern lösen sich vom Ort

    Ab dem 1. Januar lässt sich jede französische Festnetznummer überall im europäischen Frankreich nutzen. Die ersten Ziffern sagen nicht mehr, wo der Anschluss liegt.

    Arcep: La numérotation (2026)

Was die Regeln sagen

Die eigene Nummer beim Wechsel zu behalten, ist in der ganzen Europäischen Union ein gesetzliches Recht, und das Vereinigte Königreich hat eigene Regeln mit demselben Ziel. Sie legen fest, wie lange eine Portierung dauern darf und wer die Arbeit macht.

  • Sie dürfen Ihre Nummer behalten

    Nach dem Recht der Europäischen Union darf jeder, der eine Nummer aus einem nationalen Rufnummernplan hat, sie beim Anbieterwechsel behalten. Es gilt nicht für den Umzug einer Festnetznummer auf ein Handy oder einer Handynummer ins Festnetz.

    EUR-Lex

  • Innerhalb eines Arbeitstags, ohne Kosten

    Sobald Sie mit Ihrem neuen Anbieter einen Termin vereinbart haben, muss die Nummer dort innerhalb eines Arbeitstags funktionieren, und länger darf Ihr Dienst nicht ausfallen. Die Anbieter dürfen Ihnen die Portierung nicht direkt in Rechnung stellen. In Deutschland schuldet Ihnen der Anbieter, der eine Verzögerung verursacht, 10 Euro für jeden weiteren Tag.

    EUR-Lex; Gesetze im Internet

  • Der neue Anbieter übernimmt

    Der Anbieter, zu dem Sie wechseln, wickelt den Wechsel ab, und nur mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung. In Frankreich weisen Sie mit einem Code aus 12 Zeichen, dem RIO, nach, dass die Nummer Ihnen gehört. Sie erhalten ihn unter der 3179. Im Vereinigten Königreich zieht eine Handynummer mit einem Portierungscode um, dem PAC.

    EUR-Lex; Arcep (1, 2); Ofcom

  • Die Betreiber halten die Wege offen

    Im Vereinigten Königreich muss jedes Netz, durch das eine portierte Nummer läuft, jeden Dienstausfall vermeiden, der die Portierung verzögern würde. In Luxemburg muss sich jeder Betreiber mit Nummern an die zentrale Referenzdatenbank anschließen, und der Betreiber, in dessen Netz ein Anruf beginnt, muss ihn an die richtige Stelle leiten.

    Ofcom; ILR

Wo Voxbi ins Spiel kommt

Voxbi, eine in der Europäischen Union gehostete Cloud-Telefonanlage, lässt Sie Ihre Nummern mitnehmen, wenn Sie zu Voxbi wechseln, und Mixvoip, dem Voxbi gehört, stellt die Rufnummern bereit.

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