Anleitungen

Rufnummernportierung im Unternehmen: Ablauf, Unterlagen und Fristen

Wie Sie Festnetznummern, Durchwahlblöcke und Mobilnummern zum neuen Anbieter mitnehmen: Portierungsauftrag, Inhaberwechsel, mehrere Standorte und die Kontrolle nach der Umschaltung.

Titelbild zum Thema Rufnummernportierung: Firmennummern beim Anbieterwechsel mitnehmen

Der Vertrag mit dem Telefonanbieter läuft aus. Die Telefonanlage im Serverraum braucht mehr Pflege, als sie wert ist, und drei Niederlassungen sollen künftig über eine gemeinsame Zentrale erreichbar sein. Die Nummer der Zentrale und die Durchwahlen der Teams will dabei niemand im Haus aufgeben. Eine Rufnummernportierung hält genau diese Nummern fest, während Vertrag und Technik wechseln. Dieser Leitfaden richtet sich an IT-Leiter, Systemhäuser und Geschäftsführer im Mittelstand, die einen Anbieterwechsel mit vielen Nummern und mehreren Standorten planen.

Ob Sie Ihre Nummern mitnehmen dürfen, regelt das Gesetz. Der eigentliche Aufwand steckt in der Vorbereitung: welche Nummer wozu dient, wem sie vertraglich gehört und in welcher Reihenfolge sie umzieht.

Was ist eine Rufnummernportierung?

Eine Rufnummernportierung (oft auch Rufnummernmitnahme genannt) ist der Umzug einer Telefonnummer von einem Anbieter zu einem anderen. Die Nummer bleibt gleich. Vertrag, Anschluss und Abrechnung gehen auf den neuen Anbieter über. Im Netz sorgt eine Portierungskennung dafür, dass Anrufe auf die alte Nummer beim neuen Netz ankommen.

Das Telekommunikationsgesetz (TKG) gibt jedem Endnutzer diesen Anspruch, Unternehmen eingeschlossen. Er gilt für Festnetz- und Mobilfunknummern. Die Bundesnetzagentur wacht über die Regeln zum Anbieterwechsel. Die wichtigste davon betrifft den Betrieb: Beim Wechsel darf die Versorgung nicht länger als einen Arbeitstag unterbrochen sein. Dauert es länger, sieht das TKG eine Entschädigung für den Kunden vor.

Für Ihre Anrufer ändert sich im Idealfall nichts. Sie wählen am Tag nach der Umschaltung dieselbe Nummer und landen bei derselben Zentrale, nur eben auf einer neuen Plattform.

Rufnummernmitnahme im Festnetz und die Bindung ans Ortsnetz

Eine Festnetznummer gehört zu einem Ortsnetz mit eigener Vorwahl. Die Bundesnetzagentur teilt Ortsnetzrufnummern grundsätzlich Nutzern mit Sitz oder Niederlassung im jeweiligen Ortsnetz zu. Für die Rufnummernmitnahme im Festnetz heißt das: Wechseln Sie nur den Anbieter und bleiben am Standort, zieht die Nummer problemlos mit. Verlegt das Unternehmen dagegen seinen Sitz von Köln nach Düsseldorf, passt die 0221 nicht mehr zum neuen Ort. Wie weit sich Rufnummer und Standort heute trennen lassen, beschreibt unser Beitrag zur virtuellen Festnetznummer.

Mobilfunknummern kennen diese Bindung nicht. Eine 0151 oder 0172 lässt sich bundesweit zu jedem Netz mitnehmen.

Beim Festnetz kommt die Anschlussart hinzu. An einem Mehrgeräteanschluss hängen einzelne Nummern (MSN), die sich auch einzeln portieren lassen. Am Anlagenanschluss hängt ein Rufnummernblock, etwa 0221 12345-0 bis -99. Ein solcher Block zieht in der Regel nur vollständig um. Wer einen Teil davon beim alten Anbieter lassen will, klärt das vor dem Auftrag, weil viele Anbieter eine Blockteilung ablehnen.

Achten Sie außerdem auf Laufzeit und Kündigungsfrist des bisherigen Vertrags. Der Portierungstermin richtet sich im Festnetz meist nach dem Vertragsende, und dieses Datum bestimmt den gesamten Zeitplan.

Bestandsaufnahme vor dem Portierungsauftrag

Nummerierte Liste der fünf Unterlagen, die ein vollständiger Portierungsauftrag meist enthält

Die meisten abgelehnten Portierungen lassen sich schon vor dem Antrag verhindern. Im Unternehmen stehen zuerst die sichtbaren Nummern auf der Liste: die Zentrale, die Durchwahlen der Teams, vielleicht das Handy der Geschäftsführung. Die vergessenen tauchen später auf, und zwar zum ungünstigsten Zeitpunkt. Dazu gehören das letzte Faxgerät, der Aufzugnotruf, die Alarmanlage, das Kartenterminal im Laden, die Bereitschaftsnummer und Durchwahlen längst aufgelöster Abteilungen.

Eine brauchbare Bestandsaufnahme ordnet die Nummern nach dem Betrieb, nicht nach dem Formular:

  • Nach Standort. Jede Nummer bekommt ihre Adresse, ihr Stockwerk, ihren Empfang oder ihre Werkstatt.

  • Nach Zweck. Zentrale, Durchwahlen, technische Leitungen und externe Dienste stehen getrennt.

  • Nach Abhängigkeit. Sie prüfen, welche Nummern am selben Anschluss oder am selben Vertrag hängen.

  • Nach Kritikalität. Sie markieren, was später umziehen kann und was ständig erreichbar bleiben muss.

Heikel sind die verwaisten Leitungen. Die Nummer klingelt noch irgendwo, aber niemand weiß mehr, zu welchem Vertrag sie gehört oder wer sie nutzt. Im Mittelstand kommt das häufig vor, gerade in Firmen, die über Jahre Standort um Standort dazugekauft haben.

Die Unterlagen für den Portierungsauftrag

Der neue Anbieter führt den Antrag, falsche Stammdaten kann er aber nicht reparieren. Name des Anschlussinhabers, Anschlussadresse und Kundennummer müssen exakt mit dem übereinstimmen, was beim bisherigen Anbieter hinterlegt ist.

Ein vollständiger Antrag enthält meist Folgendes:

  • Den Anschlussinhaber im genauen Wortlaut. Übernehmen Sie die Firmierung so, wie sie auf der Rechnung des alten Anbieters steht. Schon ein fehlendes „GmbH & Co. KG“ kann zur Ablehnung führen.

  • Kundennummer und Vertragsnummer beim abgebenden Anbieter.

  • Die aktuelle Rechnung. Mit ihr gleichen Sie Nummern, Anschlüsse und Referenzen ab.

  • Die vollständige Nummernliste, einschließlich aller Rufnummernblöcke und technischen Leitungen.

  • Den unterschriebenen Portierungsauftrag. Er bevollmächtigt den neuen Anbieter, den Wechsel beim alten Anbieter einzuleiten.

Bestehen mehrere Gesellschaften nebeneinander, hilft ein aktueller Handelsregisterauszug beim Nachweis, welche davon Inhaber des Anschlusses ist.

Jede Nummer mit kritischer Funktion verdient ein eigenes Datenblatt: Inhaber, Standort, Zweck, Ansprechperson und Notfallweg.

Die Prüfliste in Tabellenform

PrüfpunktWozu er dientWarnsignal
Nummer und StandortVerhindert falsche ZuordnungenMehrere Teams halten die Nummer für „ihre“
AnschlussinhaberEntscheidet über die Annahme des AntragsDie Rechnung trägt einen alten Firmennamen
Zweck der NummerLegt die Reihenfolge der Umzüge festKeiner weiß, wozu die Leitung dient
Gemeinsamer AnschlussZeigt versteckte AbhängigkeitenMehrere Nummern laufen über dieselbe Leitung
KritikalitätBestimmt den UmschaltterminDie Leitung versorgt einen Dienst rund um die Uhr

Inhaberwechsel vor der Portierung

Ändert sich der Inhaber, kommt der Inhaberwechsel zuerst und die Portierung danach. Typische Auslöser sind eine Umfirmierung, eine Fusion, ein Wechsel der Rechtsform oder der Verkauf eines Standorts samt Personal und Telefonnummern. Der abgebende Anbieter vergleicht den Namen im Portierungsauftrag mit seinem Vertragsinhaber. Weichen beide voneinander ab, lehnt er ab.

Beim bisherigen Anbieter läuft der Inhaberwechsel meist über ein Formular zur Vertragsübernahme, das alter und neuer Inhaber gemeinsam unterschreiben. Bei einer reinen Umfirmierung genügt oft der Nachweis der Namensänderung, etwa über den Handelsregisterauszug. Erst wenn der alte Anbieter den neuen Inhaber im Vertrag führt, stimmen die Daten im Portierungsauftrag.

Beide Schritte am selben Tag anzustoßen, spart selten Zeit. Der Portierungsantrag trifft dann auf den alten Datenstand und kommt abgelehnt zurück. Planen Sie zwischen Inhaberwechsel und Portierung einige Wochen Puffer ein, zumal die Vertragsübernahme beim alten Anbieter eine eigene Bearbeitungszeit hat.

Der Ablauf zwischen abgebendem und aufnehmendem Anbieter

Ablauf der Portierung in vier Schritten vom Portierungsauftrag des Unternehmens bis zur Umschaltung am Stichtag

Das Unternehmen spricht beim Anbieterwechsel mit einem einzigen Partner, dem neuen Anbieter. Er übernimmt die Abstimmung mit dem alten. Die Kette ist kurz:

  1. Das Unternehmen liefert die Daten und unterschreibt den Portierungsauftrag beim aufnehmenden Anbieter.

  2. Der aufnehmende Anbieter stellt den Antrag beim abgebenden Anbieter, mit Vollmacht, Nummernliste und Inhaberdaten. Viele Anbieter kündigen mit diesem Auftrag gleich den alten Vertrag.

  3. Der abgebende Anbieter prüft die Angaben und bestätigt einen Portierungstermin.

  4. Am Stichtag schalten beide um. Die Nummern werden im Netz auf den neuen Anbieter geroutet.

Die Kündigung läuft am sichersten über den Portierungsauftrag. Kündigen Sie den alten Vertrag vorher selbst, riskieren Sie, dass der Anschluss vor dem Umzug der Nummer endet.

Abgelehnte Anträge gehen selten auf die Technik zurück. Meist passen die Daten nicht zusammen:

  • Der Inhaber stimmt nicht. Der Name im Antrag weicht vom Vertragsinhaber ab.

  • Die Nummernliste ist lückenhaft. Ein Block fehlt oder soll geteilt werden.

  • Das Ortsnetz passt nicht. Der neue Standort liegt außerhalb des Ortsnetzes der Festnetznummer.

  • Der Vertrag ist schon gekündigt. Der Anschluss endet vor dem Portierungstermin.

Fristen und Betrieb ohne Ausfall

Den Termin bestimmen das Vertragsende und die Bearbeitung zwischen den Anbietern. Rechnen Sie im Festnetz mit einigen Wochen Vorlauf. Bei vielen Nummern oder Blöcken kann es länger dauern. Am Stichtag selbst begrenzt das TKG die Unterbrechung auf höchstens einen Arbeitstag. Diese Frist ist ein Planungswert: Sie legt fest, wie lange alte und neue Technik nebeneinander laufen, wie viele Tests Sie vorbereiten und wann Sie die Belegschaft informieren.

Eine gut geplante Umstellung trennt drei Ebenen:

EbeneWas sie umfasstWas sich bewährt
VertragPortierungsauftrag, Inhaber, Nummern, BestätigungDaten vor dem Antrag einfrieren
TechnikRouting, Endgeräte, Weiterleitungen, TestsDie Cloud-Telefonanlage vor dem Stichtag fertig einrichten
BetriebEmpfang, Teams, Öffnungszeiten, NotfallwegDie Umschaltung in eine ruhige Zeit legen

Die neue Anlage steht am besten schon komplett, bevor die erste Nummer umzieht. Benutzer, Warteschlangen, Rufgruppen und Zeitpläne sind vorher angelegt, und der Portierungstermin bildet nur noch den letzten Schritt. Wer gleichzeitig alte ISDN-Anschlüsse oder analoge Geräte ablöst, plant Netz, Endgeräte und Sonderleitungen im selben Zug mit.

Für die Stunden rund um den Stichtag stehen mehrere Wege offen:

  • Parallelbetrieb funktioniert, wenn die neue Anlage vor der Portierung bereitsteht.

  • Eine vorübergehende Anrufweiterleitung sichert die Nummer der Zentrale im Umschaltfenster.

  • Eine Umschaltung außerhalb der Geschäftszeiten entlastet Empfang und Vertrieb.

  • Tests der eingehenden Anrufwege vorab sagen mehr aus als ein einzelner ausgehender Testanruf.

Mehrere Standorte und Nummern mit Sonderfunktion

Vergleich der Portierung in einem Schritt mit der Portierung in Etappen für vier typische Fälle

Ein Betrieb mit einem Standort und ein paar Durchwahlen portiert seinen Bestand oft in einem Rutsch. Mit Niederlassungen, einer Hauptverwaltung, gemeinsam genutzten Diensten oder technischen Leitungen lohnt der Vergleich zweier Wege, bevor die Reihenfolge feststeht. Den Ausschlag gibt der Zweck der Nummern, weniger ihre Anzahl.

FallPortierung in einem SchrittPortierung in Etappen
Eine zentrale RufnummerMachbar, wenn das neue Routing getestet istSinnvoller, wenn mehrere Standorte annehmen
RufnummernblöckeEffizient, wenn alle Abhängigkeiten bekannt sindSicherer, wenn einzelne Bereiche später umziehen
Technische LeitungenSelten ratsamMeist die bessere Wahl
Standorte mit eigenen VerträgenUmständlichIn der Regel übersichtlicher

Durchwahlblöcke verdienen einen zweiten Blick. Hinter einem scheinbar einheitlichen Block stecken oft sehr verschiedene Nutzungen: Geschäftsführung, Empfang, Logistik, Instandhaltung, Bereitschaft. Sie gemeinsam zu portieren, vereinfacht die Verwaltung. Es nimmt aber auch Abhängigkeiten mit, die man besser vorher getrennt hätte.

Manche Leitungen behandeln Sie nie wie eine gewöhnliche Durchwahl. Aufzugnotruf und Alarmanlage brauchen vor der Umschaltung eine technische Freigabe, oft vom Wartungsdienstleister. Die Zentrale mehrerer Standorte testen Sie mit den echten Öffnungszeiten. Nummern, die auf Website, Schildern, Visitenkarten und in Verzeichnissen stehen, dürfen keine Minute ausfallen. Restleitungen wie ein altes Fax oder die Pforte klären Sie einzeln.

Auch ausgehend gelten Regeln. Das TKG verlangt, dass die angezeigte Rufnummer dem Unternehmen zugeteilt ist oder es sie nutzen darf. Nach der Portierung ist das für Ihre eigenen Nummern erfüllt. Wer zusätzlich fremde oder frei gewählte Nummern anzeigen lassen will, gerät schnell an die Grenze, die unser Beitrag zum Verhindern von Rufnummern-Spoofing beschreibt.

Die Portierung in einem Schritt passt vor allem zu Firmen, deren Nummern bereits aufgeräumt und einheitlich genutzt sind. In Etappen geht es besser, wenn einzelne Standorte noch analoge Geräte betreiben, wenn technische Leitungen ungeklärt sind oder wenn die Zentrale während der gesamten Umstellung stabil bleiben muss. Ein Bereich, der keine Unsicherheit verträgt, zieht zum Schluss um, mit einem eigenen Ablaufplan.

Nach der Portierung: Kontrolle in der Cloud-Telefonanlage

Mit dem Stichtag beginnt der Regelbetrieb. Jetzt zeigt sich, ob die neue Anlage die gewohnten Anrufwege abbildet, alte Behelfslösungen ablöst und sich ohne Ticketkette verwalten lässt. Die Abnahme bleibt kurz, deckt aber alles ab:

  • Eingehende Erreichbarkeit der Zentrale, mehrerer Durchwahlen und aller kritischen Nummern testen.

  • Überlaufwege zur Warteschlange, zur Rufgruppe oder zur Mailbox prüfen.

  • Zeitpläne und Feiertage kontrollieren, damit Anrufe abends und am Wochenende richtig landen.

  • Ausgehende Anrufe von mehreren Benutzerprofilen aus bestätigen, samt korrekter Rufnummernanzeige.

  • Sprachqualität und Signalisierung in den ersten Betriebsstunden beobachten.

Beim Wechsel auf eine virtuelle Telefonanlage fragen IT-Leiter und Systemhäuser zu Recht, wo Verbindungsdaten, Aufzeichnungen und Metadaten liegen. Hosting in der Europäischen Union, DSGVO-Konformität und Datensouveränität ersetzen keine gute Portierung. Bei der Wahl der Plattform, die danach alle Anrufe trägt, zählen sie trotzdem.

Voxbi ist eine Cloud-Telefonanlage mit Hosting in der Europäischen Union. Rufnummern und Portierung laufen über Mixvoip als Netzbetreiber, die Verwaltung aller Standorte über das Voxbi Cockpit, und Systemhäuser können die Einführung beim Kunden übernehmen. Wie Sie die Zeit nach dem Umzug planen, zeigt unser Leitfaden zur Migration auf eine Cloud-PBX.

Eine Rufnummernportierung ist gelungen, wenn jeder Anruf am richtigen Ort ankommt, zur richtigen Zeit und nach der Logik Ihres Betriebs. Planen Sie einen Umzug mit mehreren Standorten und hohen Anforderungen an die Erreichbarkeit, schreiben Sie uns an hello@voxbi.com. Wir gehen den Ablauf dann gemeinsam mit Ihnen durch.

Sehen Sie Voxbi in Ihrem Unternehmen.

Sprechen Sie mit uns oder mit einem zertifizierten Voxbi-Partner.