Erklärungen

Telefonanlage im Krankenhaus: der Leitfaden für Auswahl und Migration

Eine Telefonanlage im Krankenhaus muss Anrufe für die Zentrale und den Bereitschaftsdienst verteilen. Dieser Leitfaden erklärt dazu die Regeln aus DSGVO, KHZG und B3S, die Wahl zwischen Cloud und eigener Anlage und den Ablauf einer Migration ohne Versorgungslücke.

Titelbild mit dem Schriftzug Krankenhaus-Telefonie ausfallsicher planen

Montag, 7:45 Uhr, und in der Zentrale stauen sich die Anrufe. Patientinnen sagen Termine ab, Angehörige fragen nach Befunden, und eine Hausarztpraxis will dringend die Kardiologie sprechen. Die Telefonanlage im Krankenhaus ist an solchen Tagen der erste Kontakt zum Haus und manchmal der einzige. Verteilt sie Anrufe falsch oder fällt sie aus, reißt die Versorgungskette gleich am Anfang.

Dieser Leitfaden richtet sich an IT-Leiter, Verwaltungsdirektionen und Projektteams in Krankenhäusern und Klinikverbünden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er beginnt beim Risiko für die Patienten, für die IT-Sicherheit und bei der Rechtslage. Die Architektur ergibt sich daraus.

Die Telefonanlage im Krankenhaus: Definition und Aufgaben

Eine Telefonanlage im Krankenhaus ist die PBX, die alle Sprachverbindungen eines Hauses steuert, von der Zentrale über Stationen und Funktionsbereiche bis zu den Bereitschaftsdiensten und den Leitungen nach außen. Sie verteilt eingehende Anrufe nach Bereich und Uhrzeit und verbindet interne Kurzwahlen. Auf den Stationen trägt sie die DECT-Telefone der Pflege.

Drei Dinge unterscheiden sie von der Anlage eines Bürobetriebs. Sie läuft rund um die Uhr. Sie hat Schnittstellen zur Rufanlage nach DIN VDE 0834, die einen Patientenruf aufs DECT-Telefon der Pflegekraft weitergibt, und zum Krankenhausinformationssystem (KIS). Außerdem gehört sie zu den Systemen, ohne die die Versorgung im Haus stockt. Patiententelefone am Bett laufen in vielen Häusern über ein eigenes Entertainment-System und sind nicht Thema dieses Leitfadens.

Erreichbarkeit gehört zur Patientenversorgung

Eine Telefonanlage zeigt ihren Wert an dem Tag, an dem alles gleichzeitig eng wird. Die Aufnahme ist voll, der Dienstplan ändert sich kurzfristig, und zwei Standorte stimmen eine Verlegung ab. In diesen Stunden verbindet das Telefon Patienten, Sekretariate, Pflege und Ärzte. Reißt diese Verbindung, verschlechtert sich der Zugang zur Versorgung sofort.

Das Telefon bleibt der erste Kanal

Online-Terminbuchung, Patientenportale und Videosprechstunden haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Patienten greifen trotzdem zum Telefon, wenn ein Termin platzt, ein Befund fehlt oder ein Angehöriger Sorgen hat. Im Zusammenspiel mit Portal und E-Mail fängt die Zentrale auf, was die digitalen Kanäle offenlassen. Sie ordnet ein und leitet weiter. So bleibt ein Patient vor, während und nach der Behandlung im Blick des Hauses.

Folgen für die IT-Leitung

Für die IT-Leitung gehört die Telefonanlage damit in die Notfallplanung, gleichrangig mit dem Netzwerk und dem KIS. Ein Wiederanlaufplan ohne Telefonie lässt eine Lücke genau dort, wo Patienten zuerst anklopfen. Den Aufbau eines solchen Plans beschreibt der Beitrag zum Notfall- und Wiederanlaufplan nach BSI-Standard 200-4.

Funktionen für Zentrale, Stationen und Bereitschaft

Ablauf eines Anrufs im Krankenhaus: Sprachdialogsystem, Warteschlange je Bereich und Routing nach Kalender bis zum Ziel

Eine gute Anlage verhindert konkrete Störungen im Betrieb. Für jede Funktion lohnt deshalb eine Prüffrage. Welches Risiko fällt weg, wenn sie auch unter Last, nachts und am Wochenende zuverlässig arbeitet?

Warteschlangen je Bereich

Eine gut eingerichtete Warteschlange fängt Spitzen ab und hält Anrufer in der richtigen Reihe. Dafür trennt die Anlage Anrufe an die Zentrale, Verwaltungsanliegen, Rückfragen zu Terminen und dringende Anliegen, die eine schnelle Antwort brauchen. Jede dieser Gruppen bekommt eigene Wartezeiten und ein eigenes Überlaufziel.

Sprachdialogsystem mit klarer Aufgabe

Ein gut gebautes Sprachdialogsystem (IVR) trennt einfache Anliegen von medizinischen Fragen, bevor ein Mensch abhebt. Die Terminabsage landet bei der Terminvergabe, die Frage zum Befund in der Ambulanz. Ein Menü mit wenigen, verständlich benannten Optionen senkt die Zahl der Anrufer, die mitten im Menü auflegen. Das Sekretariat arbeitet dann wieder als Sekretariat und muss keine Anrufe mehr verteilen.

Routing für Bereitschaft und Nacht

Nach Dienstschluss braucht jeder Bereich feste Regeln, wohin ein Anruf geht. Diese Regeln stehen pro Station und Zeitfenster schriftlich fest und gelten auch an Feiertagen. Die Anlage schaltet nach Kalender um, und der Anruf erreicht den diensthabenden Arzt ohne Umweg über die Zentrale.

Kurzwahlen und interne Notrufnummern

Kurze, einheitliche Rufnummern zwischen den Stationen ersparen den Weg über die Zentrale. Im Klinikverbund hilft ein gemeinsamer Rufnummernplan, in dem dieselbe Kurzwahl an jedem Standort dieselbe Funktion erreicht. Interne Notrufnummern wie der Reanimationsalarm bekommen eigene Priorität und landen nie in einer Warteschlange.

Durchsagen, Überlauf und Monitoring im Alltag

Ein vollständiges Lastenheft deckt auch Durchsagen und Gruppenrufe ab, dazu Überlaufszenarien, Live-Monitoring der Warteschlangen und ausgehende Rückrufe. Es legt außerdem fest, was als dringendes Verwaltungsanliegen gilt und was als medizinische Anfrage. Fehlt diese Unterscheidung, entscheidet das Team am Empfang über die Zuordnung und übernimmt damit eine Aufgabe der Organisation.

Betriebsregel. Jede Funktion braucht einen festgelegten Ablauf, eine verantwortliche Person und einen regelmäßigen Test.

Die Übersicht zeigt das Mindestmaß:

FunktionAufgabeVerhinderte Störung
Warteschlange je BereichSpitzen abfangenVerlorene oder falsch verbundene Anrufe
SprachdialogsystemAnliegen einordnenÜberlastete Zentrale
Routing außerhalb der DienstzeitErreichbarkeit sichernKeine Verbindung abends und am Wochenende
KurzwahlenInterne Wege verkürzenUnnötige Weiterleitungen
Live-MonitoringÜberlast sichtbar machenStörungen, die zu spät auffallen

Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Datenschutz beginnt mit einer Bestandsaufnahme der Daten, die durch die Telefonanlage laufen. Im Krankenhaus sind das Gesprächsaufzeichnungen, Sprachnachrichten, Verbindungsdaten und Admin-Protokolle, dazu gegebenenfalls Transkripte aus KI-Funktionen. Für jede Datenart klären Sie den Speicherort, den Zugriff und die Rolle der Beteiligten.

DSGVO, Meldefrist und Nachweise

Verantwortlicher im Sinne der DSGVO bleibt das Krankenhaus. Der Anbieter arbeitet als Auftragsverarbeiter, und den genauen Umfang regelt ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Gesundheitsdaten zählen nach Art. 9 zu den besonderen Kategorien. Schon die Verbindung zur onkologischen Ambulanz kann auf eine Diagnose schließen lassen.

Bei einer Datenschutzverletzung mit Risiko für die Betroffenen meldet das Haus den Vorfall unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden an die zuständige Aufsichtsbehörde (Art. 33 DSGVO). In Deutschland ist das meist die Datenschutzbehörde des Landes. Kirchliche Träger haben eigene Datenschutzgesetze und Aufsichten. Ihr Anbieter liefert deshalb Alarmierung, Protokollierung, Eskalation und Beweissicherung. Ohne diese Funktionen kann das Haus einen Vorfall weder schnell einordnen noch die Frist halten. Rechtsgrundlagen, DSFA und Speicherfristen behandelt der Beitrag zur DSGVO-konformen Telefonanlage.

KHZG und B3S in Deutschland

Das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) von 2020 hat die Digitalisierung der Häuser über den Krankenhauszukunftsfonds gefördert. Mindestens 15 Prozent der beantragten Fördermittel mussten in die IT-Sicherheit fließen. Wer mit KHZG-Mitteln Kommunikationstechnik erneuert hat, nimmt die Telefonanlage in dieselbe Sicherheitsbetrachtung auf.

Häuser, die nach der BSI-Kritisverordnung zur kritischen Infrastruktur zählen, setzen den branchenspezifischen Sicherheitsstandard für die Gesundheitsversorgung im Krankenhaus um, kurz B3S. Die Schwelle liegt bei 30.000 vollstationären Fällen im Jahr. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat den Standard erarbeitet, und das BSI hat seine Eignung festgestellt. Seit 2022 verlangt das Sozialgesetzbuch (heute § 391 SGB V) von allen Krankenhäusern IT-Sicherheit nach dem Stand der Technik, und der B3S dient dafür als Maßstab. Die Telefonie trägt die Versorgung mit und gehört damit in die Risikoanalyse. Mit der Umsetzung der NIS-2-Richtlinie wächst der Kreis der Häuser mit Pflichten gegenüber dem BSI.

Österreich und die Schweiz

In Österreich gilt die DSGVO direkt, ergänzt ums Datenschutzgesetz, und die Aufsicht liegt bei der Datenschutzbehörde. Große Krankenanstalten zählen nach dem NIS-Gesetz zu den Betreibern wesentlicher Dienste und melden Sicherheitsvorfälle an die zuständigen Stellen.

In der Schweiz gilt seit September 2023 das revidierte Datenschutzgesetz. Eine Verletzung der Datensicherheit mit voraussichtlich hohem Risiko meldet das Spital so rasch wie möglich dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB). Seit April 2025 melden Betreiber kritischer Infrastrukturen Cyberangriffe innerhalb von 24 Stunden ans Bundesamt für Cybersicherheit (BACS). Die Schweiz anerkennt die Staaten der Europäischen Union als Länder mit angemessenem Datenschutz.

Hosting in der Europäischen Union klärt also den Speicherort. Die Analyse der Datenarten, die Rollen und der Vertrag kommen in allen drei Ländern dazu.

KI-Funktionen und die KI-Verordnung

Eine Telefonanlage mit Transkription oder KI-Zusammenfassungen braucht eine eigene Prüfung nach der KI-Verordnung der Europäischen Union. Die Verordnung gilt gestaffelt, ihr Zeitplan reicht von Februar 2025 bis August 2027. Für Hochrisiko-Systeme verlangt sie unter anderem ein dokumentiertes Risikomanagement, Nachvollziehbarkeit, menschliche Aufsicht und Cybersicherheit. Ein seriöser Anbieter beschreibt deshalb, wie er sich vorbereitet und was er dokumentieren kann.

Cloud, vor Ort oder hybrid: Ausfallsicherheit entscheidet

Vergleich von Cloud, Anlage vor Ort und hybrider Lösung für die Telefonanlage im Krankenhaus

Die Architektur entscheidet sich an der Frage, welche Lösung weitertelefoniert, wenn die IT nur eingeschränkt läuft oder ein Standort ausfällt. Dasselbe gilt für ein kompromittiertes Admin-Konto und für einen Netzbetreiber, der nicht erreichbar ist.

Resilienz als Maßstab

Ein Cyberangriff kann ein Krankenhaus ganz oder teilweise lahmlegen und Gesundheitsdaten nach außen tragen. Für die Telefonie gelten deshalb dieselben Schutzmaßnahmen wie für jede andere kritische Komponente der IT. Dazu gehören Netzsegmentierung, Verschlüsselung, starke Authentifizierung, Protokollierung und ein geübter Wechsel in den Notbetrieb, ergänzt um Sicherungen und Wiederherstellungsabläufe.

Eine Anlage vor Ort, die schlecht segmentiert und gesichert ist und an einem einzigen Serverraum hängt, ist anfälliger als eine gut gebaute Cloud-Telefonanlage. Eine Cloud ohne Einblick in Hosting, Protokolle, Admin-Zugriffe und den Wechsel des Netzbetreibers trägt dasselbe Risiko.

Entscheidungshilfe für die Architektur

  • Cloud

    Passt, wenn das Haus weniger von Hardware vor Ort abhängen, die Verwaltung bündeln und Änderungen an mehreren Standorten zügig umsetzen will. Die Anforderungen liegen dann beim Hosting in der Europäischen Union, beim Ausstieg aus dem Vertrag, bei der Verschlüsselung und beim Notbetrieb.

  • Vor Ort

    Passt, wenn das Haus die volle Kontrolle im eigenen Rechenzentrum behalten will, einen belastbaren Betrieb hat und den Aufwand für Administration, Sicherung und Sicherheitsupdates trägt.

  • Hybrid

    Passt oft zu Verbünden mit verteilten Standorten, mit Anforderungen an einen zweiten Netzbetreiber oder mit Altgeräten, die noch eine Weile laufen müssen.

Die eigentliche Fehlentscheidung ist eine Architektur, für die niemand die maximale Ausfallzeit (RTO), die Abhängigkeiten im Netz und den Wechsel in den Notbetrieb festgelegt hat. Den Ausschlag gibt, ob Sie belegen können, dass die Sprache verfügbar bleibt, wenn der Rest der IT ins Stocken gerät.

Anbindung an KIS, Termine und Microsoft Teams

Eine Telefonanlage ohne Verbindung zur übrigen Krankenhaus-IT kostet Arbeitszeit. Mitarbeitende gleichen Daten von Hand ab, Sekretariate fragen Anliegen doppelt ab, und Ärzte rufen ohne Kontext zurück. Der Gewinn kommt aus der Verbindung zu den Werkzeugen, die schon im Haus laufen, ohne neue Angriffsfläche.

KIS, Terminplanung und CTI

Die erste Stufe ist die Anruferkennung mit passendem Datensatz und eine nachvollziehbare Gesprächsdokumentation. Sieht die Kollegin am Empfang sofort die richtige Station oder den anstehenden Termin, antwortet sie genauer und verbindet seltener weiter. Das senkt die Zahl der internen Rückfragen.

Die zweite Stufe sind Schnittstellen über API und CTI (Computer Telephony Integration). Dabei gibt es drei Fälle:

  1. Native Integration, wenn die Telefonanlage das Zielsystem schon von Haus aus anspricht.

  2. Standardkonnektor, vertretbar, wenn Datenflüsse, Rechte und Protokolle unter Kontrolle sind.

  3. Eigenentwicklung, reserviert für Anforderungen, die das Haus wirklich unterscheiden, weil jede Eigenentwicklung technische Schulden aufbaut.

Microsoft Teams, Mobilgeräte und Administration

Microsoft Teams kommt in vielen Häusern früh auf den Tisch. Teams eignet sich gut als Oberfläche für Verwaltung und Ärzte am Schreibtisch. Warteschlangen, Empfang, Überlauf und Notbetrieb nach den Abläufen eines Krankenhauses brauchen trotzdem eine Telefonanlage dahinter. Den Ausschlag geben die Abläufe der einzelnen Berufsgruppen, und die bereits bezahlte Lizenz ist dafür ein schwacher Ratgeber.

Voxbi ist eine Cloud-Telefonanlage, die in der Europäischen Union entwickelt und gehostet wird. Bei Voxbi One sind Odoo, Microsoft 365 und eine API ab dem Tarif Plus enthalten, Microsoft Teams kostet dort +€50 pro Monat. Bei Voxbi Managed gibt es API-Zugang ab Professional, Microsoft Teams kostet +€72.50 und Odoo +€29.50 pro Monat, jeweils pro Telefonanlage. Das passt zu Klinikverbünden, die mehrere Standorte aus einer Verwaltung heraus betreiben, ohne an jedem Standort eigene Technik aufzubauen.

Sicherheitsfragen vor jeder Anbindung

  • Wer ruft welche API auf, mit welchem Dienstkonto und wie oft wechseln die Zugangsdaten?

  • Welche Protokolle bleiben erhalten, um einen Zugriff, eine Änderung oder einen Fehler der Schnittstelle zu belegen?

  • Welche Daten erscheinen am Bildschirm, und welche haben dort nichts verloren?

  • Welcher Notbetrieb bleibt, wenn das Fachsystem oder die Schnittstelle ausfällt?

Die Antworten gehören ins Betriebshandbuch der jeweiligen Schnittstelle.

Auswahlkriterien für die Telefonanlage im Krankenhaus

Mit der Telefonanlage kauft ein Krankenhaus vor allem Kontrolle über Risiken. Das Lastenheft fordert deshalb prüfbare Angaben und lässt vage Antworten durchfallen.

Technische Mindestanforderungen

Erpressungstrojaner, abgeflossene Gesundheitsdaten und unbefugte Zugriffe gefährden die Patientensicherheit und den Betrieb zugleich. Für SIP-Telefone, Softphones und Admin-Oberflächen gilt deshalb ein Zero-Trust-Ansatz. Jedes Gerät und jedes Konto weist sich bei jedem Zugriff aus, auch im Hausnetz.

Zum Mindestmaß gehören:

  • Netzsegmentierung zwischen Sprache, Administration und den übrigen sensiblen Netzen.

  • Verschlüsselung von Signalisierung und Sprache, wo die Architektur es unterstützt.

  • Starke Authentifizierung für alle Admin-Konten.

  • Protokollierung von Konfigurationsänderungen mit auswertbarer Aufbewahrung.

  • Sicherung der Konfiguration mit dokumentierter Wiederherstellung.

  • Notbetrieb mit Ersatznummer für die Zentrale und Regeln, um ein kompromittiertes Endgerät vom Netz zu nehmen.

Vertragspunkte, die oft fehlen

Der Vertrag legt die Rollen nach DSGVO fest, ebenso den Speicherort der Sicherungen und den Zugriff auf Aufzeichnungen und Verbindungsdaten. Er regelt den Ausstieg, die Mitnahme der Rufnummern und die Beweissicherung bei einem Vorfall.

Die größte Lücke liegt meist bei der Administration. Der Vertrag nennt deshalb, wer mithören, exportieren, ändern und löschen darf. Fehlt diese Antwort, bleibt das Risiko bestehen und wandert nur an eine andere Stelle.

Budget nach Ausfallsicherheit gewichten

Ein günstigeres Angebot wird teuer, sobald das Haus es mit Handarbeit, zusätzlichen Audits oder lokalen Umgehungen ausgleichen muss. Im Vergleich der Angebote zählt deshalb die erreichte Ausfallsicherheit mehr als der Preis pro Benutzer. Ein Ausfall der Zentrale an einem Vormittag trifft Aufnahme, Ambulanzen und Angehörige zur selben Zeit.

Checkliste für die Migration in die Cloud

Checkliste in sechs Schritten für die Migration der Krankenhaus-Telefonanlage in die Cloud

Eine Migration gelingt durch Projektdisziplin. Pannen bei der Umstellung entstehen fast immer an denselben Stellen: eine lückenhafte Bestandsaufnahme, vergessene Rufnummern, ungeschriebene Routingregeln und versteckte Abhängigkeiten. Typisch sind der Aufzugnotruf, die Brandmeldeanlage, der Bereitschaftsdienst oder ein Telefon am Empfang.

Phase 1: Bestandsaufnahme und Einordnung

Am Anfang steht die Inventur, noch vor jeder Bestellung.

  • Standorte und Anschlüsse

    Erfassen Sie Zugänge, Ersatzleitungen, lokale Abhängigkeiten und die Zeitfenster, in denen ein Ausfall am meisten schadet.

  • Rufnummern und Nutzung

    Zentrale, Aufnahme, OP, Stationen, Durchwahlen, technische Leitungen, Bereitschaft und alte Umleitungen. Nichts davon darf nur im Kopf eines Technikers oder einer Sekretärin stehen. Unterlagen und Fristen für die Nummern, die bleiben, beschreibt der Leitfaden zur Rufnummernportierung im Unternehmen.

  • Verarbeitete Daten

    Aufzeichnungen, Sprachnachrichten, Protokolle und privilegierte Konten bilden die Grundlage für die DSGVO-Prüfung, für den B3S in KRITIS-Häusern und für die Speicherfristen.

Phase 2: Pilot und Ausfalltests

Der Pilot läuft auf einer echten, überschaubaren Station oder Ambulanz, und die Zentrale folgt später. Getestet werden Sprachqualität, Routing, Antwortzeiten und Admin-Rechte. Dazu kommt das Verhalten der Anlage beim Netzausfall oder bei einem Teilausfall. Zum Pilot gehören auch die interne Kommunikation, gezielte Schulungen und eine formale Abnahme der Überlaufszenarien.

Phase 3: Umstellung, Nachbetreuung und Feinschliff

Am Umstellungstag arbeitet ein kleiner Krisenstab, der erreichbar ist und entscheiden darf. Nach der Umstellung behebt die intensive Nachbetreuung (Hypercare) zügig, was im Test nie auffällt. Das kann eine falsch priorisierte Warteschlange sein, eine unstimmige Nachtumleitung oder ein Monitoring, das das Team falsch liest.

Abschließende Checkliste:

  1. Portierung geprüft und Zeitplan mit allen Beteiligten abgestimmt.

  2. Patienten und Angehörige informiert, falls sich Nummern oder Zeiten ändern.

  3. Schriftliche Anweisungen für Empfang, Pflege, Ärzte und Bereitschaft.

  4. Tests für Rückruf, Weiterleitung, Konferenz und Überlauf.

  5. Dashboard nach der Umstellung mit Anrufvolumen, Warteschlangen, Anrufen außerhalb der Dienstzeit und Rückrufzeiten.

Mit dieser Vorbereitung hat das Projektteam die vorhersehbaren Störungen nach wenigen Stunden im Griff.

Häufige Fragen von Klinikleitung und IT

Dauer einer sicheren Migration

Den Zeitplan bestimmt das, was Ihr Haus ohne Improvisation verkraftet. Ein kleines Haus mit einem Standort und einfachen Abläufen kommt zügig voran. Ein Klinikverbund mit Bereitschaftsdiensten, technischen Leitungen und gewachsenen Umleitungen braucht mehr Vorbereitung. Der verlässlichste Gradmesser ist der Stand der Bestandsaufnahme vor der Umstellung.

Größe des Projektteams

Ein kleines Team mit festem Auftrag reicht. Dazu gehören mindestens eine Ansprechperson aus Empfang oder Sekretariat und eine aus der Infrastruktur. Hinzu kommen jemand mit Entscheidungsbefugnis und je nach Datenlage eine Person für Sicherheit oder Datenschutz. Projekte geraten oft ins Rutschen, wenn alle mitreden und niemand entscheidet.

Zentrale und interner Notruf als getrennte Funktionen

Zentrale und interner Notruf sind zwei Funktionen, auch wenn sie dieselbe Technik nutzen. Die Zentrale steuert die Anrufe von Patienten und Verwaltung. Der interne Notruf verlangt sofortige Verfügbarkeit, Vorrang, eigenes Routing und einen eigenen Notbetrieb. Sind die Verantwortlichkeiten getrennt, hält keine Warteschlange einen Reanimationsalarm auf.

Datenschutz und IT-Sicherheit als zwei Pflichten

Die DSGVO regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten, Gesundheitsdaten eingeschlossen. Die Sicherheit der Systeme regeln in Deutschland B3S, BSI-Gesetz und § 391 SGB V. In Österreich ist es das NIS-Gesetz, in der Schweiz das Informationssicherheitsgesetz. Hosting in der Europäischen Union legt den Speicherort fest. Die rechtliche Prüfung, der Vertrag und die Dokumentation der Datenflüsse bleiben eigene Aufgaben.

Mindestmaß an Ausfallsicherheit bei knappem Budget

Ausreichend ist eine Ausfallsicherheit, mit der Sie eine Ersatznummer für die Zentrale betreiben und ein kompromittiertes Gerät isolieren. Außerdem muss sich eine Konfiguration wiederherstellen und ein Grunddienst im Notbetrieb halten lassen. Über alles Weitere lässt sich beim Budget verhandeln.

Telefonische Erreichbarkeit messen

Die Erreichbarkeit messen Sie pro Bereich und über die Zentrale hinaus. Dazu gehören abgebrochene Anrufe nach Anliegen, die Wartezeit bis zur Annahme je Bereich und die tatsächlich erledigten Rückrufe. Hinzu kommen die Anrufe außerhalb der Dienstzeit und die Eskalationsregeln. Eine überlastete Leitung oder ein langer Notbetrieb wirkt sich schnell auf die Behandlung aus.

Voxbi für Krankenhäuser und Klinikverbünde

Voxbi hat zwei Linien. Voxbi One ist die Self-Service-Linie. Sie richten die Anlage mit unseren Anleitungen und dem Cockpit-Handbuch selbst ein, der Support läuft per E-Mail, und ein SLA gehört nicht dazu. Rufnummern kosten dort €2.00 pro Monat in Deutschland und der Schweiz. Für Österreich sprechen Sie mit uns über Ihre Möglichkeiten.

Zu einem Krankenhaus passt meist Voxbi Managed. Unser Team richtet die Anlage ein und betreibt sie, am Telefon erreichen Sie eine echte Person, und ein SLA mit Ausfallgutschrift ist enthalten. Der Tarif Business kostet €11.20 pro Benutzer und Monat mit minutengenau abgerechneten Anrufen. Er bringt Monitoring und Warnmeldungen der Anlage, Single sign-on sowie Weckrufe und Notfall-Routing. Ein Stationstelefon ohne festen Benutzer kostet im Tarif Business €5.70 pro Monat. Die SLA-Stufe Business sichert 99,90 % Verfügbarkeit im Monat und bearbeitet Störungen von Montag bis Sonntag zwischen 7 und 19 Uhr, bei höchstens 3 Stunden Reaktionszeit. Für die Nacht braucht Ihr Haus deshalb einen eigenen Notbetrieb mit Ersatznummern, wie ihn dieser Leitfaden beschreibt.

Prüfen Sie vor der Unterschrift die Architektur, die Rollen nach DSGVO, den Notbetrieb und die Regeln für den Ausstieg. Ihre Fragen dazu beantworten wir unter hello@voxbi.com.

Sehen Sie Voxbi in Ihrem Unternehmen.

Starten Sie eine kostenlose Testphase oder arbeiten Sie mit einem zertifizierten Voxbi-Partner.